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Unsere Museumsflotte besteht aus drei Schiffen, die aus verschiedenen Epochen der Geschichte stammen. Darüber hinaus ist auf dem Gelände ein Teil des Decksaufbaus einer Lenkwaffenfregatte ausgestellt. Hier kann der Besucher das Leben und die Technik an Bord entdecken.

Onderzeeboot Tonijn - Marinemuseum Den Helder

Unterseeboot Tonijn

Das Unterseeboot "Tonijn" (Thunfisch) ist das Paradepferd der Museumsflotte. Es ist das einzige U-Boot in den Niederlanden, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist, und ein beliebter Drehort für Filmaufnahmen.

Die "Tonijn" ist ein Unterseeboot der Potvis-Klasse und in sogenannter Drei-Zylinder-Bauweise ausgeführt. Zwischen 1960 und 1992 bildeten die Drei-Zylinder-Unterseeboote den Kern der niederländischen U-Boot-Waffe. Ihre Hauptaufgabe war die Abwehr sowjetischer Unterseeboote. Da sie unsichtbar und geräuschlos operieren konnten, waren sie sehr gut dafür geeignet, Informationen über die Schiffe des Warschauer Paktes zu sammeln. Zu diesem Zweck wurden regelmäßig geheime Patrouillenfahrten im Nördlichen Eismeer und im Mittelmeer unternommen.

Die "Tonijn" wurde bei der Werft Wilton-Feijnoord in Schiedam gebaut. Der Niederländer M.F. Gunning (1895 bis 1972) entwickelte die in Drei-Zylinder-Bauweise für Unterseeboote. Mit dieser Bauweise wurde eine bessere Stabilität erreicht und konnte das Boot tiefer tauchen als andere U-Boote seiner Epoche. Die Besatzung bestand aus 67 Leuten: Kommandant, sechs Offiziere, 13 Unteroffiziere, 20 Korporäle und 27 Mannschaften. Je nach Art der Tauchfahrt konnte die Besatzung auf bis zu 71 Personen vergrößert werden.

Die "Tonijn" befindet sich noch ganz in ihrem ursprünglichen Zustand. Wer durch die Luke hineinsteigt, hat das Gefühl, dass das Boot jederzeit in See stechen kann. Man kann durch das Periskop schauen und den spannenden Geschichten der Museumswärter lauschen. Viele von ihnen haben an Bord eines U-Bootes dieser Klasse gedient!

Ramschip schorpioen bij het Marinemuseum in Den Helder

Rammschiff "Schorpioen"

Wer das Gelände des Marinemuseums betritt, sieht in der Ferne sogleich die stolzen Masten des Rammschiffs "Schorpioen". Auf diesem Schiff befindet sich das Museumsrestaurant. Ferner gibt es mehrere Ausstellungsräume, in denen Sonderschauen zu sehen sind.

Seiner Majestät Rammschiff "Schorpioen" wurde 1868 in Dienst gestellt. Im gleichen Jahr stellte die Marine drei Schwesterschiffe in Dienst: "Stier", "Buffel" und "Guinea". Mit diesem Quartett fand damals eine bedeutende Modernisierung der holländischen Flotte statt. Es diente als Ersatz für die Holzschiffe, mit denen die Interessen der Niederlande auf See mit einer Kombination aus Dampf- und Segelkraft sowie Glattlauf-Vorderladerkanonen verteidigt werden sollten. Die ungewöhnlichste Waffe der "Schorpioen" war der spitze Rammsteven. Durch vereinzelte Erfolge amerikanischer und österreichischer Schiffe entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Rammen zu einer bevorzugten Methode. Die Praxis zeigte jedoch, dass die Rammwaffe stark überschätzt wurde. Es war schon schwierig genug, auf hoher See einen schwimmenden Gegner mit Kanonenfeuer zu treffen; noch viel schwieriger war es, eine Kollision herbeizuführen. So war die "Schorpioen" denn auch nicht sehr oft zu anderen Ländern unterwegs. Die einzige internationale Reise, die das Rammschiff unternahm, war eine Geschwaderfahrt nach Belgien im Jahr 1871, von wo die sterblichen Überreste niederländischer Soldaten überführt wurden, die beim "Belgischen Aufstand" (1830 bis 1833) gefallen waren.

Die Zeit als aktives Kriegsschiff endete 1906, als die "Schorpioen" zum Wohnschiff umgebaut wurde und als Kasernenbaracke zu Wasser fungierte. Von 1951 bis 1971 diente die "Schorpioen" als Wohnschiff für die "Marine Vrouwen Afdeling" (Marva) in Den Helder. Die schwimmende Unterkunft wurde mit vielen Metern Stacheldraht gesichert, um neugierige Männer auf Abstand zu halten. Die schönen Geschichten von Marva-Mitgliedern können Besucher sich an Bord im Ausstellungsraum auf dem Unterdeck anhören.

Minensuchboot "Abraham Crijnssen"

Das Minensuchboot "Abraham Crijnssen" entstand 1936 in Stahlbauweise. Nur wenige Schiffe der Königlich Niederländischen Marine besitzen eine Vergangenheit, die so heldenhaft ist wie bei diesem Schiff. Im Zweiten Weltkrieg entkam es, getarnt als tropische Insel, den Japanern. An Bord befanden sich elf Offiziere, 48 Besatzungsmitglieder und eine Krankenpflegerin. Das Schiff kam nach neun spannungsreichen Tagen sicher in der Hafenstadt Geraldton an der australischen Westküste an.

Von 1937 an wurde die "Abraham Crijnssen" in der ehemaligen niederländischen Kolonie Ostindien stationiert. Danach diente es als Schulschiff, Sperrnetzleger und Korpsschiff für Seekadetten. 1997 wurde es an die Museumsflotte des Marinemuseums übergeben.